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	<title>Comments on: Fausse route pour «Princess V58»</title>
	<link>http://omarkhayyam.blogsome.com/2006/12/02/p89/</link>
	<description>Just another WordPress weblog</description>
	<pubDate>Fri, 08 Aug 2008 21:24:53 +0000</pubDate>
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		<title>by: Administrator</title>
		<link>http://omarkhayyam.blogsome.com/2006/12/02/p89/#comment-25</link>
		<pubDate>Sat, 02 Dec 2006 20:26:05 +0000</pubDate>
		<guid>http://omarkhayyam.blogsome.com/2006/12/02/p89/#comment-25</guid>
					<description>TEXTE ORIGINAL:

Die Irrfahrt der «Princess V58»
Affäre um eine gestohlene Luxusjacht in Tunesien
stf
Ein Mitglied des Familienclans des tunesischen Präsidenten hat den Diebstahl der Jacht eines französischen Bankdirektors in Auftrag gegeben. Jetzt sitzt der Mann in Untersuchungshaft, und es droht ihm möglicherweise eine Überstellung nach Frankreich.
stf. In Tunesien hat sich ein Angehöriger des Familienclans von Präsident Ben Ali in eine Affäre um eine gestohlene Luxusjacht verstrickt. Die Jacht, die dem Generaldirektor der Bank Lazard Frères gehört und Anfang Mai im Hafen der korsischen Stadt Bonifacio gestohlen worden war, wurde gegen Ende jenes Monats im Hafen von Sidi Bou Said, unweit von Tunis, auf Verlangen von Interpol konfisziert. Das Schiff, dessen Wert auf mehr als eine Million Euro geschätzt wird, befand sich zu diesem Zeitpunkt in den Händen von Imed Trabelsi. Bei diesem jungen Mann von eher zweifelhaftem Ruf handelt es sich um einen Neffen von Leila Trabelsi, der Gattin des tunesischen Präsidenten. Noch am selben Tag, so berichten übereinstimmend verschiedene Medien, sei der prominente neue Eigner der gestohlenen Jacht in Untersuchungshaft gesetzt worden.
Familienclan mit protzigem Lebensstil
Die Affäre wurde von tunesischen Medien sogleich aufgriffen. Die Aktivitäten des Familienclans der Trabelsi sind in Tunesien ein Dauerbrenner, und die Empörung über den zur Schau gestellten Reichtum und den Lebensstil der Mitglieder dieses Familienclans ist gross. Doch erst nachdem die französische Tageszeitung «Figaro» im Oktober und kurz darauf auch die marokkanische Wochenzeitung «Le Journal Hebdomadaire» über den Diebstahl geschrieben hatten, liessen sich auch die tunesischen Behörden zu dem Fall vernehmen.
Am 20. Oktober, berichtet die tunesische staatliche Nachrichtenagentur TAP, habe sich ein Ministerrat unter Leitung des Präsidenten Ben Ali der «jüngsten Probleme im Zusammenhang mit den Zollbehörden» angenommen. Laut «Figaro» soll Cédric S., einer der Skipper, der im Rahmen dieser Affäre einvernommen worden war, gestanden haben, von Imed Trabelsi und dessen Cousin Moaz 44 000 Euro für die Entwendung und die Überführung der «Princess V58» sowie weiterer gestohlener Jachten erhalten zu haben. Er behauptete auch, Trabelsi selber habe den Auftrag erteilt, das teure Schiff zu stehlen. Weiter gab er detaillierte Informationen über die Art und Weise bekannt, wie die gestohlene Jacht an den tunesischen Zollbehörden vorbeigeschmuggelt worden war.
Der Diebstahl der «Princess V58» sowie weiterer Luxusschiffe war durch die Hafenpolizei von Toulon aufgedeckt worden. Nach den vorliegenden Informationen stand dahinter eine gut organisierte, international tätige Bande, die sich auf Luxusjachten spezialisiert hatte und der es offenbar gelungen war, an der Côte d'Azur sowie auf Sardinien und Korsika mehrere Dutzend derartiger Schiffe zu entwenden.
Laut Medienberichten wurde die «Princess V58» inzwischen wieder ihrem rechtmässigen Besitzer zurückgegeben. Die Untersuchung gegen Imed Trabelsi und seine Komplizen ist hingegen immer noch hängig. Sollten sich die schweren Vorwürfe erhärten, könnten die französischen Justizbehörden ein Auslieferungsbegehren an Tunesien stellen. In diesem Fall könnte Trabelsi dasselbe Schicksal ereilen wie einst Moncef Ben Ali, den Bruder des heutigen tunesischen Präsidenten, der sich 1992 wegen Drogenhandels vor einem französischen Gericht verantworten musste und später verurteilt wurde.
Innenpolitischer Schaden
Der innenpolitische Schaden dieser Affäre ist im Moment noch kaum abzuschätzen. Es ist längst ein offenes Geheimnis, dass unzählige Containerladungen in Tunesien eingeführt werden, ohne dass auch nur ein Dinar Zollgebühren bezahlt wird. Dass Angehörige der Familie Trabelsi vor nicht allzu langer Zeit ein eigenes «Zollberatungsbüro» eröffnet haben, um die Formalitäten für ihre Kundschaft zu erleichtern, wirkt weitherum als Provokation. Die Affäre um die gestohlene Luxusjacht gibt nun all den Spekulationen neue Nahrung, wonach der Trabelsi-Clan sein beachtliches Vermögen unter anderem durch illegalen Import von Konsum- und Luxusgütern geäufnet hat.
In den stark kontrollierten tunesischen Medien sind die Kommentare über diese Affäre eher zurückhaltend. Umso stärker entlädt sich der Volkszorn in Internetforen. «Tunesien hat jetzt schon einen ziemlich angeschlagenen Ruf, und dieser Trabelsi tut alles, um ihn noch zu verschlechtern», schreibt einer - und gehört mit dieser Wortwahl zu den höflichsten. Er fügt an: «Mein Gott, was können wir gegen all das tun?»
(Source : Neue Zürcher Zeitung (Suisse); 20.11.2006; Seite 13; Nummer 270) </description>
		<content:encoded><![CDATA[	<p>TEXTE ORIGINAL:</p>
	<p>Die Irrfahrt der «Princess V58»<br />
Affäre um eine gestohlene Luxusjacht in Tunesien<br />
stf<br />
Ein Mitglied des Familienclans des tunesischen Präsidenten hat den Diebstahl der Jacht eines französischen Bankdirektors in Auftrag gegeben. Jetzt sitzt der Mann in Untersuchungshaft, und es droht ihm möglicherweise eine Überstellung nach Frankreich.<br />
stf. In Tunesien hat sich ein Angehöriger des Familienclans von Präsident Ben Ali in eine Affäre um eine gestohlene Luxusjacht verstrickt. Die Jacht, die dem Generaldirektor der Bank Lazard Frères gehört und Anfang Mai im Hafen der korsischen Stadt Bonifacio gestohlen worden war, wurde gegen Ende jenes Monats im Hafen von Sidi Bou Said, unweit von Tunis, auf Verlangen von Interpol konfisziert. Das Schiff, dessen Wert auf mehr als eine Million Euro geschätzt wird, befand sich zu diesem Zeitpunkt in den Händen von Imed Trabelsi. Bei diesem jungen Mann von eher zweifelhaftem Ruf handelt es sich um einen Neffen von Leila Trabelsi, der Gattin des tunesischen Präsidenten. Noch am selben Tag, so berichten übereinstimmend verschiedene Medien, sei der prominente neue Eigner der gestohlenen Jacht in Untersuchungshaft gesetzt worden.<br />
Familienclan mit protzigem Lebensstil<br />
Die Affäre wurde von tunesischen Medien sogleich aufgriffen. Die Aktivitäten des Familienclans der Trabelsi sind in Tunesien ein Dauerbrenner, und die Empörung über den zur Schau gestellten Reichtum und den Lebensstil der Mitglieder dieses Familienclans ist gross. Doch erst nachdem die französische Tageszeitung «Figaro» im Oktober und kurz darauf auch die marokkanische Wochenzeitung «Le Journal Hebdomadaire» über den Diebstahl geschrieben hatten, liessen sich auch die tunesischen Behörden zu dem Fall vernehmen.<br />
Am 20. Oktober, berichtet die tunesische staatliche Nachrichtenagentur TAP, habe sich ein Ministerrat unter Leitung des Präsidenten Ben Ali der «jüngsten Probleme im Zusammenhang mit den Zollbehörden» angenommen. Laut «Figaro» soll Cédric S., einer der Skipper, der im Rahmen dieser Affäre einvernommen worden war, gestanden haben, von Imed Trabelsi und dessen Cousin Moaz 44 000 Euro für die Entwendung und die Überführung der «Princess V58» sowie weiterer gestohlener Jachten erhalten zu haben. Er behauptete auch, Trabelsi selber habe den Auftrag erteilt, das teure Schiff zu stehlen. Weiter gab er detaillierte Informationen über die Art und Weise bekannt, wie die gestohlene Jacht an den tunesischen Zollbehörden vorbeigeschmuggelt worden war.<br />
Der Diebstahl der «Princess V58» sowie weiterer Luxusschiffe war durch die Hafenpolizei von Toulon aufgedeckt worden. Nach den vorliegenden Informationen stand dahinter eine gut organisierte, international tätige Bande, die sich auf Luxusjachten spezialisiert hatte und der es offenbar gelungen war, an der Côte d&#8217;Azur sowie auf Sardinien und Korsika mehrere Dutzend derartiger Schiffe zu entwenden.<br />
Laut Medienberichten wurde die «Princess V58» inzwischen wieder ihrem rechtmässigen Besitzer zurückgegeben. Die Untersuchung gegen Imed Trabelsi und seine Komplizen ist hingegen immer noch hängig. Sollten sich die schweren Vorwürfe erhärten, könnten die französischen Justizbehörden ein Auslieferungsbegehren an Tunesien stellen. In diesem Fall könnte Trabelsi dasselbe Schicksal ereilen wie einst Moncef Ben Ali, den Bruder des heutigen tunesischen Präsidenten, der sich 1992 wegen Drogenhandels vor einem französischen Gericht verantworten musste und später verurteilt wurde.<br />
Innenpolitischer Schaden<br />
Der innenpolitische Schaden dieser Affäre ist im Moment noch kaum abzuschätzen. Es ist längst ein offenes Geheimnis, dass unzählige Containerladungen in Tunesien eingeführt werden, ohne dass auch nur ein Dinar Zollgebühren bezahlt wird. Dass Angehörige der Familie Trabelsi vor nicht allzu langer Zeit ein eigenes «Zollberatungsbüro» eröffnet haben, um die Formalitäten für ihre Kundschaft zu erleichtern, wirkt weitherum als Provokation. Die Affäre um die gestohlene Luxusjacht gibt nun all den Spekulationen neue Nahrung, wonach der Trabelsi-Clan sein beachtliches Vermögen unter anderem durch illegalen Import von Konsum- und Luxusgütern geäufnet hat.<br />
In den stark kontrollierten tunesischen Medien sind die Kommentare über diese Affäre eher zurückhaltend. Umso stärker entlädt sich der Volkszorn in Internetforen. «Tunesien hat jetzt schon einen ziemlich angeschlagenen Ruf, und dieser Trabelsi tut alles, um ihn noch zu verschlechtern», schreibt einer - und gehört mit dieser Wortwahl zu den höflichsten. Er fügt an: «Mein Gott, was können wir gegen all das tun?»<br />
(Source : Neue Zürcher Zeitung (Suisse); 20.11.2006; Seite 13; Nummer 270)
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